Kompetenzzentrum Verhaltenssucht
Was ist eigentlich eine Verhaltenssucht?
Exzessives Spielen oder die exzessive Nutzung von Medien können zu einer Abhängigkeitserkrankung führen. Diese Formen exzessiven Gebrauchs werden Verhaltenssüchte genannt. Bei der Verhaltenssucht werden keine Substanzen von außen zugeführt bzw. eingenommen. Der für eine Abhängigkeitsentwicklung notwendige positive psychische Effekt stellt sich durch körpereigene biochemische Veränderungen ein, die durch die exzessive Durchführung einer bestimmten Verhaltensweise (z.B. Spielen / Mediennutzung) ausgelöst werden.
Das Spielen bzw. die Mediennutzung wird als besonders belohnend (stressreduzierend, stimmungsverbessernd) empfunden und der Betroffene lernt effektiv seine Gefühle zu regulieren. Vergleichbar mit dem Effekt beim Gebrauch von bewusstseinsverändernden Substanzen kann das exzessive Verhalten die Funktion erhalten, das Leben für den Betroffenen erträglich zu gestalten. Die Betroffenen erfahren, dass sie mit solchen Verhaltensweisen oder Gebrauchsmustern schnell und effektiv Gefühle im Zusammenhang mit Frustrationen, Unsicherheiten und Ängsten regulieren bzw. verdrängen können.
Im Laufe der Suchtentwicklung rückt die exzessive Nutzung von Spielen bzw. moderner Medien zu Lasten anderer Verhaltensweisen in den Vordergrund. Somit werden keine alternativen Verhaltensmuster, wie z.B. angemessene Stressverarbeitungsstrategien, für kritische oder als Stress erlebte Lebenssituationen entwickelt bzw. gelernt.
Aktuell:
Die Ambulanz für Spielsucht sucht Eltern und Alleinerziehende mit einem exzessiv computerspielenden Kind im Alter von 12-17 Jahren für Interviews.
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